4 Min. Lesezeit
Regionaler Honig aus Rüdersdorf: Warum Herkunft beim Honig zählt
Honig aus dem Supermarkt hat oft einen langen Weg hinter sich, bevor er ins Glas kommt. Viele Sorten sind Mischungen aus Honig mehrerer Länder, teils von anderen Kontinenten, die in großen Anlagen zusammengeführt, erhitzt und homogenisiert werden. Das steht meist klein gedruckt auf dem Etikett: „Mischung aus Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern.” Rüdersdorfer Honig geht den umgekehrten Weg.
Ein Sammelradius von 3 bis 5 Kilometern
Unsere Bienen fliegen im Umkreis von wenigen Kilometern rund um Rüdersdorf, Herzfelde und Tasdorf. Was in dieser Zeit blüht, Rapsfelder im Frühjahr, Sommerblüten im Juni und Juli, Löwenzahn am Wegesrand, landet im Honig dieser Saison. Es gibt keine Zwischenlager, keine Sammelstelle, an der Honig verschiedener Herkünfte gemischt wird. Jedes Glas lässt sich auf ein Gebiet zurückführen, das man mit dem Fahrrad abfahren könnte.
Warum das für den Geschmack einen Unterschied macht
Honig aus einer Region schmeckt nach dieser Region. Ein Sommerblütenhonig aus dem Umland von Rüdersdorf trägt das Aroma der Pflanzen, die hier im jeweiligen Jahr besonders stark geblüht haben, mal mehr Linde, mal mehr Wildblumen. Großhandelshonig wird dagegen oft bewusst geschmacklich neutral gehalten, damit jede Charge gleich schmeckt. Das ist praktisch für die Industrie, aber es nimmt dem Honig genau das, was ihn interessant macht.
Kurze Wege statt langer Lieferketten
Zwischen Schleudern und Abfüllen liegt bei uns oft nur ein Tag. Der Honig wird nicht über Wochen zwischengelagert und nicht auf über 40 Grad erhitzt, wie es bei industrieller Verarbeitung üblich ist, um ihn streichfähiger oder länger lagerfähig zu machen. Das schont Enzyme und Aromastoffe, die empfindlich auf Hitze reagieren. Wer regionalen Honig aus Rüdersdorf kauft, unterstützt außerdem lokale Bestäubung: gesunde Bienenvölker in der Umgebung kommen nicht nur der Honigproduktion zugute, sondern auch Gärten, Streuobstwiesen und Wildpflanzen im ganzen Landkreis.